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THEMEN-SPECIAL - PFINGSTEN

Geschichtliches zu Pfingsten

Das christliche Pfingsten (griechisch pentekoste "fünfzigster [Tag] nach Ostern") fällt zusammen mit dem jüdischen Wochenfest, hebräisch chag-haschabuot "Fest der Wochen" (2 Mos 34, 22), das 7 Wochen nach dem Pascha- und Mazzotfest gefeiert wurde. Dieses war ein Ernte- und Wallfahrtsfest, das die Paschazeit abschloß. Nach 70 n.Chr. (Zerstörung des Tempels) verschob sich der Festinhalt. Das Wochenfest wurde zum "Schwurfest" (chag-haschebuot), an dem man die Erneuerung des Bundes vom Sinai feierte.
Das christliche Pfingsten wurde entsprechend als Abschluß der Osterzeit und zugleich als Tag der Konstituierung des "neuen Gottesvolkes", der Kirche, verstanden. Nach "Ostern" als dem Urdatum der Kirche wandten sich die Jünger Jesu am fünfzigsten Tag ("Pfingsten") zum ersten Mal mit ihrer Botschaft in Jerusalem an die Öffentlichkeit. Sie machten dabei die unmittelbare Erfahrung des Geistempfangs, die sich möglicherweise im Auftreten ekstatischen Zungenredens äußerte (Sprachenwunder).
Als eigenständiges Fest wird Pfingsten erst seit dem 4. Jhdt.gefeiert, wobei die " Geistsendung " als Hauptinhalt gilt.

Pfingst-Bild 1

Pfingstfeuer auf den Philippinen, Malerei von F. C. Astudillo; Foto: Missio Aachen

Pfingstliches Brauchtum

Man begeht Pfingsten vor allem als Feier zu Ehren der wiedererwachten Natur, der Sommer hat nun endgültig den Winter besiegt, denn das Datum des Festes liegt in jedem Fall immer nach den Eisheiligen.

Häuser und Ställe werden mit Grün geschmückt, segenbringenden Zweigen, die keine Winterdämonen verscheuchen und Hexen mehr abweisen müssen, sondern nur Fruchtbarkeit und Glück verheißen.
Mancherorts trug das Fest den Charakter eines Geschenktags. Ähnlich wie an Weihnachten erhielt das Gesinde Gaben und häufig auch Geld. Kindern schenkte man Pfingstwecken in Gestalt einer sitzenden Taube, und gebratene Tauben kamen als traditionelle Speise auf den Mittagstisch.
Das Vieh wird oft erst jetzt zum ersten Mal auf die Weide getrieben - das Tier, das den Zug anführt (manchmal auch: das letzte) ist besonders schön mit Blumenkrone, farbigen Bändern und Glocke geschmückt, daher die Redensart: "aufgeputzt wie ein Pfingstochse". Wer zuletzt zum Melken erscheint, hat den Hohn der Hüteknechte gut und trägt für den Rest des Tages den "Ehrentitel" Pfingstlümmel; außerdem muß er die anderen, die pünktlich waren, freihalten.
Mädchen, die sich verspäten, erhalten den Namen "Pfingstjungfer" oder "Pfingstbraut" und bekommen den Neckvers nachgerufen: "Pfingstbraut, du faule Haut! Wärst du eher aufgestanden, wärst du nicht in unseren Banden!"
Zur bunten Vielfalt des pfingstlichen Brauchtums gehört zentral der Pfingstausflug, der auch heute noch in vielen Familien gute Tradition ist.

Pfingst-Bild 2

Pfingstereignis, von Claudio Pastro (Brasilien), 1988; Foto: Missio Aachen

Pfingst-Symbole

Pfingst-Bild 3

Reichenauer Perikopenbuch um 1020-1040

Pfingst-Links

Deutschsprachige Links

Internationale Links

Pfingst-Bild 4

Ottonische und gotische Pfingstmalerei; Evangeliar aus Köln, 1250; Jörg Zink, Diabücherei

 

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